Katholische Pfarrgemeinde Sankt Pankratius Vorhelm

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Ein kurzer Führer durch die Ortsgeschichte und die Kirche St. Pankratius zu Vorhelm
(Zusammenstellung durch Pastor Hermann Honermann - Stand 2005)


Außenansicht    

Innenansicht

Innenansicht - Ostern 2016

Spuren der Vergangenheit

Schon in der Steinzeit durchstreiften Menschen das Gebiet um Vorhelm. Bodenfunde weisen auch auf Bewohner in der vorrömischen Eisenzeit hin. Es waren überwiegend die Brukterer. In der Zeit der Völkerwanderung war diese Gegend nicht bewohnt, wie die
Archäologie nachweist.

Als die Sachsen kamen
Im 6. und 7. Jahrhundert drangen die Sachsen in unser Gebiet vor. Von da an war diese Gegend durchgehend bewohnt. In langjährigen und blutigen Kriegen unterwarf Karl der Große die Sachsen. Zur Sicherung seiner Herrschaft siedelte er im Sachsenland auch Franken an.

Der Name „Vorhelm“
In Vorhelm kreuzten zwei alte Handelswege: Der „Hellweg“, der von Norden nach Süden führte und hinter Vorhelm zum Galgenberg anstieg. Dann die „Friesenstraße“, die von Westen nach Osten ging und ebenfalls hinter Vorhelm zu den Beckumer Bergen anstieg.
Dieser Anstieg hieß „Helle“. Jahrhunderte lang machten die Durchreisenden die Erfahrung, dass Vorhelm der Ort vor der „Helle“, vor dem Anstieg war, und nannten ihn schließlich„Vor-Helle-Heim“,woraus der Name Vorhelm entstand.

Wulfbert und Amulger
Bis zum Jahr 722 hatte Karl der Große die Sachsen unterworfen. Unter Liudger und seinen Leuten fanden die Sachsen zum christlichen Glauben. Im Jahr 805 soll Liudger in Ahlen einen Blinden geheilt haben. Darüber sprach man auch in Vorhelm. Auch Wulfbert aus Vorhelm hatte davon gehört. Er hatte einen verkrüppelten Sohn. Amulger hieß der. Der Vater hatte die Hoffnung, dass der inzwischen verstorbene Bischof Liudger auch sein Kind heilen könnte und pilgerte deshalb zum Grab des Heiligen im Kloster Werden bei Essen.
Das Kind wurde geheilt. Ein Mönch des Klosters hat diese Begebenheit aufgeschrieben, und zwar unmittelbar nach dem Jahr 864. Diese Erzählung ist zugleich  der älteste Bericht über gläubige Christen in Vorhelm.

Vorhelm wird ein Kirchspiel
Zunächst gab es in Vorhelm noch keine Pfarrgemeinde. Aber irgendwann vor dem Jahr 1193 haben Bewohner des Rittersitzes zu Vorhelm sich privat eine Kirche gebaut und dem heiligen Pankratius geweiht, einem Patron, der bei den Rittern und bei den Kreuzfahrern besonders beliebt war. Als der Bischof 1193 die kirchlichen Bezirke neu ordnete, wurde neben anderen auch die Vorhelmer Privatkirche zu einer Pfarrkirche erhoben. Ihr wurden als „Kirchspiel“, das heißt als Pfarrgebiet, die Bauerschaften Isendorf (heute „Tönnishäuschen“ genannt), Eickel (heute „Bahnhof“ genannt) und die Dorfbauerschaft zugeordnet. Damit wurde nicht nur die Pfarrgemeinde, sondern zugleich auch
das Dorf Vorhelm im rechtlichen Sinn errichtet. Das Jahr 1193 ist ihr gemeinsamer Anfang.



Das einzige Foto von der "alten Kirche": Abbruch im März 1891

So könnte die "alte Kirche ausgesehen haben - Modell: Wolfgang Rüdiger

Grundriss von 1888

Wibbelt-Gedanken über die "alte Kirche"


Die alte Kirche
Wir wissen nicht, wann die alte Kirche gebaut wurde. Es war eine romanische Kirche. 1487 wurde durch Witwe Nelle Torck eine Vikarie St. Anna mit einem Altar gestiftet. In einer Rechnung von 1521 ist davon die Rede, daß man die Kirche eingeweiht habe.
War sie entweiht worden? Es ist wohl eher davon auszugehen, dass sie abgebrannt war, zumal um 1525 neue Glocken angeschafft wurden. 1632, im Dreißigjährigen Krieg, fiel sie einem Brand zum Opfer, wurde aber wieder hergestellt und erst 1655 eingeweiht.

Um die Kirche lag der Friedhof. Am Turm war ein Gebeinhäuschen angebaut. In der Kirche gab es im Chor Gräber für Angehörige
des Hauses Vorhelm und vor dem Chor Gräber für die Geistlichen. Als ursprüngliche Eigentümer der Kirche hatten die Besitzer des Hauses Vorhelm besondere Rechte. Sämtliche Kirchensitze waren „vermietet“. Jede Familie hatte ihre festen Plätze




Foto aus dem Jahr 2004
Die neue Kirche

Die alte Kirche war nicht nur baufällig, sondern vor allem zu klein geworden. 1891 wurde sie abgerissen. Es gab im Pfarrgarten eine Notkirche, bis die neue am 25.10.1893 eingeweiht werden konnte. Sie war gut doppelt so breit und knapp doppelt so lang wie ihre Vorgängerin. Der Turm ragt mit 60 Metern hoch hinaus. Der Spitzname „Klein Köln“ kam auf. Architekt war zunächst
Diözesanbaumeister Hilger Hertel  Senior,  nach dessen Tod dessen gleichnamiger Sohn.


Renovierungen
Eine größere Renovierung geschah in den Jahren 1964-70 entsprechend den Vorstellungen des Konzils: Hochaltar, Chorgestühl, Hochkanzel, Seitenaltäre und Kommunionbank wichen einem neuen Altar und einem neuen Ambo.    Die Sakristei wurde vergrößert und unterkellert. 1991-93 wurden Dach und Mauerwerk saniert und der Innenraum neu gestrichen. Der Tabernakel wurde in eine Sandsteinstele gefasst, die kleinen offenen Beichtstühle zu Beichtzimmern umgebaut.




Der Chorraum
Links und rechts vom Tabernakel finden sich an den Schrägwänden zwei Steinreliefs aus dem alten Hochaltar. Das eine zeigt, wie Melchisedech Brot und Wein darbringt, das andere, wie Abraham seinen Sohn Isaak opfern will (ein Opfer, das Gott nie will). Sie
galten als Sinnbilder für das Meßopfer.

Ebenfalls aus dem alten Hochaltar stammen zwei größere Holzreliefs an den Seitenwänden, welche die Taufe sowie die Kommunion
des hl. Pankratius darstellen. Jeweils links und rechts daneben finden sich  kleinere Holzreliefs aus der alten Hochkanzel. Sie stellen dar: Die Bergpredigt, die Seepredigt, die Kindersegnung und die Tempelreinigung.


Tabernakelwand 1992

Über dem Tabernakel hängt der Corpus des Gekreuzigten. Er stammt als Dauerleihgabe aus einer Kreuzigungsgruppe beim Hof Schulze Middig, deren Nebenfiguren Maria und Johannes gestohlen wurden. Der Tabernakel selbst stammt wieder aus dem ehemaligen Hochaltar. Oben an den Seitenwänden sieht man links die hl. Ida von Herzfeld, was ursprünglich Hirschfeld bedeutet. Daher der Hirsch an ihrer Seite. Gegenüber findet sich die hl. Anna mit ihrer Tochter Maria.


Die Chorfenster 

Weihnachtsfenster 

Osterfenster

Pfingstfenster
Sie zeigen uns in den oberen Bildern von links nach rechts die „Werke Gottes“: Die Menschwerdung, die Auferstehung und die Geistsendung, entsprechend den kirchlichen Hauptfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten.



Die Heiligen (von links): Elisabeth, Michael, Cäcilia

Darunter sind sieben Heilige dargestellt. Sie stehen für das, was Menschen mit den Gaben Gottes erreichen können: Es sind, wieder von links nach rechts: Die hl. Elisabeth von Thüringen mit den Rosen. Sie steht für die christliche Nächstenliebe.

Der hl. Erzengel Michael mit dem Schild und dem Schwert. Er tritt mit seinem Fuß auf den Kopf des Teufels. Auf seinem Schild liest man „Quis ut Deus?“. Es ist die lateinische Übersetzung des Namens Michael. Er bedeutet: „Wer ist wie Gott?“ Michael steht für die Ehre Gottes und für den Kampf gegen das Böse.

Die hl. Märtyrerin Cäcilia ist die Patronin der Kirchenchöre. Darum hat sie eine Orgel in der Hand. Sie steht für das Lob, die Bitten oder die Klagen, die Menschen be
tend oder singend vor Gott bringen.



Martyrium des hl.Pankratius         

Im Mittelfenster ist das Martyrium des hl. Kirchenpatrons Pankratius dargestellt. Links thront der römische Kaiser, der den Tod des
jugendlichen Christen befiehlt, weil er sich weigert, den Kaiser anzubeten. Im Hintergrund holt der Henker mit dem Schwert aus. Im Vordergrund betet kniend Pankratius. Von rechts oben reicht ein Engel dem Märtyrer Krone und Palme als Siegeszeichen.


Die Heiligen (v.l.): Antonius, Anna, Liudger

Im rechten Fenster zunächst Antonius von Padua. Er wurde von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis fast in die Gegenwart in Tönnishäuschen sehr verehrt. Tönnishäuschen war zeitweise ein richtiger Wallfahrtsort, obwohl der eigentliche Patron der Kapelle #dort der Einsiedler Antonius ist. Antonius trägt das Jesuskind und die Lilie.
Mutter Anna mit ihrer Tochter Maria. Auf einem Spruchband ist Jesaja 11,1 zitiert.Seit 1487 gab es in der Vorhelmer Kirche eine Vikarie und einen Altar zur hl. Mutter Anna.
Schließlich folgt ganz rechts der hl. Liudger, der erste Bischof von Münster.
Er trägt in seiner Hand die Abteikirche von Essen-Werden, wo er begraben ist.

Die übrigen Kirchenfenster sind alle späteren Datums und ohne bildliche Darstellungen.


Die Kapelle



In der Seitenkapelle befindet sich an der Stirnwand eine Holzstatue, die Maria mit dem Jesuskind darstellt. Maria sitzt, und Jesus steht auf ihrem Schoß,
dem Betrachter mit segnender Hand zugewandt.


An der Fensterwand hängt vorn eine Statue des hl. Herman-Josef mit einem Apfel in der Hand, dann ein Foto von der seligen Maria Gräfin Droste zu Vischering und schließlich die hl. Agnes mit dem Lamm. An der Wand gegenüber hängt ein Gemälde von der Aufnahme Marias in den Himmel



Das Kirchenschiff













    
Blick zum Altar


Vor der Kapellentür steht der Taufstein und in dessen Nähe eine Holzstatue des hl. Pankratius, an dessen Grab in Rom die Getauften ihr Taufversprechen erneuerten.

Eine Marienstatue mit dem Jesuskind findet sich links vorne in der Kirche.

Die Kreuzwegbilder wurden nach längerer Auslagerung 1980 renoviert und wieder aufgehängt.

Die ehemaligen Beichtstühle wurden in die neugeschaffenen Beichtzimmer einbezogen.

An der Rückwand des Mittelschiffes befinden sich zwei Holzstatuen: Der hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind und eine neue Statue von der hl. Elisabeth mit den Rosen.

Die Statue des hl. Judas Thaddäus, die vorher an dieser Stelle war, wurde in die Turmkapelle gebracht.

Unter dem Turm

Hier befinden sich zwei Kapellen: An der Südseite ist ein Bild der Immerwährenden Hilfe und in der Nähe eine Vitrine mit einer "Bückerbibel.

Die Kapelle an der Nordseite ist den Verstorbenen gewidmet. Hier sind Gedenktafeln für die Gefallenen der Kriege 1815, 1864, 1870-71, 1914-18 und 1939-45, ferner eine Holzstatue des hl. Josef mit dem Jesuskind sowie ein Holzrelief der Kreuzigung, darunter
eine Vitrine mit dem Gedenkbuch der Verstorbenen seit 1945



Orgel, Uhr, Glocken und Kreuz

Die ehemalige Orgel auf der Empore stand seitlich an den Wänden in einer akustischungünstigen Position, um nicht das große Westfenster zu verstellen. Sie war so schadhaft geworden, daß eine Reparatur nicht mehr lohnte. Zunächst diente eine kleine elektronische Orgel vor der Sakristeitür als Ersatz. 1981 wurde eine größere elektronische Orgel auf der Empore installiert, die inzwischen von einer Computerorgel abgelöst ist.

Die Kirchenuhr ist eine mechanische mit elektrischem Aufzug und zwei Schlagglocken an der Stirnseite des Turmes für Stunden- und Viertelstundenschläge.

Die ehemaligen Kirchenglocken wurden im Krieg von den Nazis beschlagnahmt. Die jetzigen Glocken wurden 1949 in Gescher gegossen. 

Das alte Turmkreuz, das noch auf dem Kirchplatz zu sehen ist, musste 1980 durch ein neues ersetzt werden.

Am 12.3.1986 wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt.

Foto
Blick auf die Orgelbühne

Turmuhr

Turmkreuz

Glocke


Hier geht es zu den Fotos vom
Altarraum,
Innenraum,


von den Fenstern,
Figuren,

Kreuzweg,

Krippen

und

Kirche von außen.



Hier geht es zum Blick in die Presse - Artikel aus den Zeitungen
Interessante Beiträge aus früheren Pfarrbriefen "KONTAKTE"


  
Literatur über Vorhelm 

Theodor Höwener: Aus der Pfarrchronik von Vorhelm, 232 S., 1937 (im Pfarrarchiv).
Theodor Höwener: Katholische Pfarrbücherei Vorhelm. (mit erstem Teil der o.g. Chronik und dem Büchereiverzeichnis), 107 S., 1937
Pfarrchronik 1924-60, handgeschrieben (im Pfarrarchiv).
Heimatverein: Vorhelm. Ein Heimatbuch, 160 S., 1954.
Heimatverein: Vorhelm. Bildstöcke am Weg, 80 S., 1973.

Heimatverein: Vorhelm in Bild und Wort, 100 S., 1975.
Heimatverein: Uese Dichter Augustin Wibbelt, 57 S., 1978.
Johannes Schulze Everding: Belauschte Natur. Tiergestalten in Hecken und Bäumen
(überwiegend Zeichnungen), 56 S., 1977.
Johannes Schulze Everding: Mit Augustin Wibbelt auf heimatlichen Spuren, 90 S., 1984.
Anne Schmitz: Das niedere Schulwesen im Kirchspiel Vorhelm in den Jahren 1809 bis
1896, 170 S., Manuskript, 1983.
Pfarrgemeinderat: Vorhelmer Kurzgeschichten, 56 S., 1990
Hermann Honermann: Die St. Pankratiuskirche zu Vorhelm, 200 S., 1993.
Hermann Honermann/Christian Wolff: Tönnishäuschen. Kapelle und Bauerschaft in Vorhelm.
282 S., 1999. Dazu Ergänzung:
Hermann Honermann: 250 Jahre Kapelle Tönnishäuschen, 16 S., 2002
Hildegard Latzel/Ursula Kiowsky: Dem de Holsken päß, de treckt en sick an.
Döhnkes und Anekdoten der Vorhelmer Dorfgeschichte, 136 S., 2004.

Artikel in anderen Büchern und Schriften:

A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Beckum, 1897, S. 83-87
Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Beckum, Bd 5, S. 248-266:
Anton Schulte: Zur älteren Geschichte von Vorhelm (1953/54),
Kunst im Kreis Warendorf, S. 44-56: Ludger Schulte: Ahlen-Vorhelm, 1991.
Heinrich Kemper: Spuren der Vergangenheit. Archäologie in Ahlen: S. 59-60: Michael Rüther:
Altes Siedlungsgelände in Vorhelm.
Paul Eckholt: Eisernes Brevier. Erzählungen. Gedichte. Darin S. 126-149: Vorhelmer Tage.
Etliche Jubiläumsschriften der Vereine. Artikel im Beflügelten Aal sowie in den Tageszeitungen.


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